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Cultus Ferox, Bonn,
Klangstation, 02.11.2006
Es wird wieder rumgetourt, mit anderen
Worten, Cultus Ferox sind zum zweiten Teil ihrer „Rum-Tour“ aufgebrochen und
machten auch in der Bonner Klangstation halt.
Die Berliner hatten den Veranstaltungsort
anscheinend problemloser gefunden als die Autorin dieser Zeilen (kleiner
Hinweis an die Bad Godesberger Stadtväter und -mütter: Schildert doch
wenigstens mal den Bahnhof für Ortsunkundige aus!!), denn gegen 19 Uhr waren
noch die letzten Klänge des Soundchecks zu hören.
Um diese Uhrzeit mochte man den Eindruck
gewinnen, dass viele potenzielle Konzertgänger noch unter den Nachwehen
etwaiger Halloween-Exzesse litten, jedenfalls war der Eingangsbereich der
Klangstation eher mäßig gefüllt – ein Zustand, der sich zum Glück später
etwas besserte, wenn auch der Club sicherlich nicht ausverkauft war.
Um kurz nach neun war es dann so weit –
zehn (!) Musiker im Piratenlook fanden sich auf der Bühne ein, die eindeutig
zu klein für eine derart große Piratentruppe war. Doch davon ließen sich
Cultus Ferox nicht beeindrucken, mit „Blinder Sänger“, dem Eröffnungsstück
des aktuellen Albums, und „Blendwerk“ brachten die Berliner das Publikum
direkt zum Mitsingen und Tanzen.
Überhaupt standen an diesem Abend viele
Gesangsstücke auf dem Programm, darunter „Disfrutamos del Calor“, ebenfalls
vom aktuellen Album, sowie „Götterdämmerung“ und die „Wolfsballade“ vom
überragenden ersten Album „Wiederkehr“ oder die immer wieder geforderte
„Bernsteinhexe“, nach der sich das Marktpublikum vergeblich die Seele aus
dem Leib schreit.
Dass die Rum-Tour unter rockigen
Vorzeichen steht, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, und so
wurde der harte Kern der Band von zwei Gitarristen und einem Bassisten
verstärkt; aber auch die von Märkten bekannte mittelalterliche Variante kam
an diesem Abend nicht zu kurz, so dass für jeden Fan etwas im Programm
gewesen sein dürfte.
Mit von der Partie natürlich auch die
beiden Tänzerinnen Romaneska und Ivanutschka – letztere legte nicht nur
überzeugende Tanzeinlagen aufs Bühnenparkett, sondern sang im Duett mit
Brandanarius auch die „Wolfsballade“. Schade, dass die beengten
Räumlichkeiten keine Gelegenheit für die Feuer-Performance der beiden
Tänzerinnen boten!
Spaß hatten die Jungs auf der Bühne, und
Spaß hatte auch das Publikum, in dem sich auch Bonner Musiker-Prominenz in
Gestalt einiger Mitglieder von Schelmish eingefunden hatte – und so kam es
nicht von ungefähr, dass Rimsbold von Tiefentann zu einer kleinen Einlage
auf die Bühne gebeten wurde.
Ein neues Stück, „Heimatlied“ betitelt,
war auch noch mit im Gepäck – die Neugier auf das weitere Schaffen war
schnell geweckt!
Knapp zwei Stunden unterhielten die
Berliner ihre Fans und verabschiedeten sich schließlich mit mehreren
Zugaben, darunter eine, die Brandanarius als „Der weibliche Orgasmus“
ankündigte – die anwesenden Damen mögen darüber spekuliert haben, in welchem
Zusammenhang das nur von Strahli, Pan Peter und Fedja van Hinnen dargebotene
Stück zum beschriebenen Gefühl stehen mag …
Jedenfalls war es wieder einmal ein rundum
gelungener Konzertabend mit Cultus Ferox, der Lust auf mehr gemacht hat.
Petra Lindner
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